Gedanken zum Vater Unser

Theologie

Mitglied #10502 18.08.2026, 16:45 Uhr Erster Beitrag

Vater Unser... Gedanken und Fragen

Mir viel das Buch "Vater unser Mutter" von Rainer Stöckli und Ina Praetorius in die Hände. "Das Gebet des Herrn in 150 Variationen aus 250 Jahren aus dem Jahr 2017. Für mich eine Anregungen mit dem Gebet ins Gespräch zu gehen.

Vater unser, unser Vater, abba, mein Vater, notre pere, our father – in der ganzen Welt wird so gebetet.

Unser Vater – hört sich das gut an? Haben Sie oder hatten Sie eine gute Beziehung zu Ihrem Vater? Ist das eine ganz andere Väterbeziehung mit Gott? Hat er nur die guten Anteile eines Vaters? Eine Traumvaterbezieheung? Abba, mein Vater.
Unser Vater- auch unsere Mutter? Jahwe, Elohim, Adonai wie im Alten Testament um Gott nicht direkt mit Gott anzusprechen.
Oder mit welchen Namen würden Sie Gott anrufen, wenn es nicht mein Vater heißen soll?
Unser Vater – von uns allen. Egal ob jung oder alt, ob Frau oder Mann oder divers, unser Vater mit dem wunderbaren Regenbogen, unser Vater ob schwarz weiß oder braun, egal mit welchem Handicap, ob in Kiel, New York, ob in Afrika oder Asien, aller Christen und auch für alle anderen – einfach unser Vater überall in dieser Welt, auf diesem Planeten und darüber hinaus. Wunderbar – oder?

Vater unser im Himmel
– ganz wo anders, unerreichbar, unbeschreibbar und doch so nah.
- Ich erkenne ihn nur stückweise
- Ich kann mir kein fertiges Bild von Dir machen, ich erfahre dich, höre Geschichten, lese in der Bibel
- Und andere erzählen andere Dinge
- Zusammen wird das Bild größer

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Was ist für uns heilig?
Die 6650 Heilige und Seligen der katholischen Kirche? ? Unsere Kinder? Meine Grundsätze? Der Name unseres Vaters, dein Name ist für uns heilig, unverletzbar, steht für deine Vollkommenheit, wir loben Deinen Namen. Doch wie lautet dein Name, der in diesem Gebet nicht ausgesprochen wird? Vater Gott?

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
- Oh ja, es muss wunderbar sein – manchmal blitzt/ schimmert es schon durch
Dein Wille geschehe
- Jetzt und immer wieder
- Schicke deinen heiligen Geist und öffne unsere Augen und Ohren, ihn zu erkennen und auch klug zu bekennen

Wie im Himmel, so auf Erden
- Mitten unter uns
- Ich wünsche mir den Himmel auf Erden

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
- Und morgen und übermorgen
- Und vielen Dank für gestern und letztes Jahr und überhaupt – dein Lebensbrot für meine Seele und meinen Körper
- Unser tägliches Brot gib uns allen, deren Gott du bist – ob wir an dich glauben oder nicht.
- Gib uns allen Menschen das Brot, das wir brauchen, um nicht zu hungern, damit wir genug haben, das wir brauchen um leben zu können – körperlich und geistig
- Gib uns die Erleuchtung, wie wir gerecht für alle das Brot teilen werden
- Gib uns die Nahrung, die uns stärkt in unserem Glauben

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
- Deine, meine Schuld,
- Was habe ich getan? Was habe ich nicht getan?
- Absichtlich, wider besseren Wissens, aus Faulheit oder weil der Mut fehlte?
- Unangenehme Fragen – wie ehrlich kann ich sie beantworten?
- Ohne Antwort keine Vergebung?
- Wie gut, dass es die Vergebung der Schuld gibt. Dass eigentlich alle unsere Schuld, unsere Sünden vergeben werden, bereits wurden – so die Zusage
- Aber nur im Glauben ist diese Zusage eine erlösende
- Wie gut, dass Vergebung Befreiung bedeutet, sich nicht von der eigenen Schuld erdrücken zu lassen, zum Weiterleben frei für neue bessere Lebensentscheidungen – auch wenn’s die Schuld, die Erinnerung an das falsche Handeln weiter präsent bleibt, nicht aus der Welt geschafft ist.
- Vergib uns unsere Schuld – unsere gemeinsame Schuld auch als Gemeinschaft, die uns über Generationen begleiten wird und ewig in der Erinnerung unserer Geschichte verhaftet bleiben wird.
- Was schulde ich der Gemeinschaft, der Gesellschaft?
- Welche Verantwortung gibt es für die, die uns um Hilfe, Unterstützung, ein gutes Leben bitten, aber nicht zu unserer Gesellschaft gehören, einen anderen oder keiner Religion angehören?
- Wie willst du uns vergeben, wenn wir nicht zu einem veränderten Leben, zu einer menschenfreundlicheren Gemeinschaft nachhaltig in unserer Gesellschaft in der Lage sind? Ich bin ratlos. Aber Du bist größer, weiter, liebender als all unser Denken

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
Wie wir auch vergeben unseren Schuldigern
- Bitte, Vater, Gott vergib mir besser als ich es kann, das ist ja kein Problem für dich, oder?
- Wer schuldet mir eigentlich was? Meine Eltern, meine Frau, meine Kinder, meine Freunde, der Staat, die Kirche… mir fällt keine Schuld ein, die ich zu vergeben habe… vielleicht brauche ich einen Hinweis.
- Mache mich frei von Schuldsuche, Schuld nachtragen,
- Wer schuldet uns, unserer Gemeinschaft, unserer Gesellschaft was?

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld
Wie wir auch vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung
- Führst Du uns in Versuchung oder wir uns selbst?
- Danke für die Freiheit, die du uns gibst, und die Verantwortung, die wir damit selbst als Christenmenschen haben – auch Fehler zu machen, schuldig zu werden
- Stärke uns, damit wir der Versuchung nicht verfallen, mache uns mutig, um nicht das Böse und menschenverachtende zu verhamlosen und Raum zu geben, um nicht aus Angst vor (möglichen) Verlust schleichend dem Bösen zu verfallen und zu folgen, lass uns nicht der Habgier folgen
- die Nächstenliebe zu verleugnen
- Führe uns in der Versuchung
- Führe uns durch Zeiten der Versuchungen

Sondern erlöse uns von dem Bösen
- Oh ja, bitte
- Kein Krieg mehr, keine Menschenverachtung und -verletzung oder gar Tötung.
- Keine Hetze, keine bösen Unterstellungen
- Keine Gewalt aus eigenem Frust
- Keine Verführung durch Lügen
- Von menschenverachtenden und -tötenden Gedanken, „Notwendigkeiten“, Taten
- …und bringe uns in die Verantwortung für Geschöpft und Umwelt
- Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen! (Jesaja 5,20)

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld
Wie wir auch vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von dem Bösen
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit
- Bei dir ist die Power, die Kraft, die uns stärken kann
- und das Schöne, Wohltuende das uns begeistert und beglückt
- In einem wunderbaren Land wo Liebe und Gerechtigkeit und befreien
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit
- Für immer und zwar über unseren Tod hinaus, länger als jeder Krieg dauern, jedes Unrechtsregime ihr Unwesen treiben, jeder atomare Brennstab strahlen kann
Welche mutmachende und stärkende Zusage
Amen
- So soll es sein


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